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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Sonntage vor der Passionszeit

2. Sonntag vor der Passionszeit: Sexagesimae

Sperrt die Ohren auf: Mit diesem Ruf beschließt Jesus das Gleichnis vom Sämann, das Evangelium (Lk 8,4-8[9-15]) für den Sonntag Sexagesimae (›sechzig‹ Tage vor Ostern) ist. Die Jünger fragen dennoch weiter, und ihnen wird eine Deutung der Geschichte zuteil, die den Hörern heute nicht vorenthalten werden sollte. Auch die alttestamentliche Lesung Jes 55,(6-9)10-12a enthält in ihrem Kern ein Gleichnis, das die Wirkweise des Gotteswortes in Analogie zu Vorgängen in der Natur beschreibt.

Ein eher militärisch-juristisches Bild wählt die Epistel aus Hebr 4,12-13, wenn sie das Wort Gottes mit einem »zweischneidigen Schwert« vergleicht. Zentrales Thema des Sonntags ist demnach das Wort Gottes. Das erste Wochenlied (EG 196) preist das Gotteswort auf eher traditionelle Weise, das dritte Tagesgebet tut dies in hochpoetischer Form: »Ewiger Gott, führe mich zurück in die Oase deines Wortes.« Nüchtern, prägnant fasst der Wochenspruch die Botschaft dieses Sonntags zusammen: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht« (Hebr 3,15).

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 8,4-8.(9-15)
Predigt: Hebr 4, 12-13
Wochenlied: Herr, für dein Wort sei hoch gepreist (EG 196)

Fürbitten für den 2. Sonntag vor der Passionszeit: Sexagesimae
(7. Februar 2010)

Lebendiger, ewiger Gott.
So leise dein Wort auch klingen mag,
es bleibt doch unüberhörbar.
Durch alle Zeiten hindurch sind wir –
deine Kinder – ihm gefolgt:
zögerlich, jubelnd, ängstlich, voller Vertrauen,
skeptisch, liebend, erschrocken, hoffend, sorgsam,
glaubend.

Verwandele mit der Kraft deines Wortes
unser zögerliches Bemühen um den Frieden in der Welt,
unser ängstliches Zurückschrecken vor Hindernissen,
unser skeptisches Begutachten der Lage,
unser erschrockenes Abwarten in Konflikten.
Wirke mit deinem Wort,
damit deine Welt friedlich wird,
damit es in deiner Welt gerecht zugeht,
damit die Mächtigen mit Besonnenheit handeln,  
damit Versöhnung einkehrt.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.

Wirke mit der Kraft deines Wortes dort,
wo Menschen unter Krieg und Gewalt leiden:
im Iran, in Afghanistan, im Sudan, im Kongo, in Birma.
Erbarme dich der Verletzen,
beschütze die Kinder,
bewahre alle, die für Frieden und Versöhnung einstehen.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.

Wirke mit der Kraft deines Wortes dort,
wo Menschen unter Naturkatastrophen und ihren Folgen leiden:
Stärke die Menschen in Haiti,
beschütze die Waisen,
ermutige die Helferinnen und Helfer aus aller Welt.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.

Wirke mit der Kraft deines Wortes
in unserem Land,
nimm dich in diesen Tagen besonders der Obdachlosen an,
der Arbeitslosen und Armen.
Schütze ihren Leib,
ihre Würde,
ihr Leben.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.

Wirke mit der Kraft deines Wortes
in deiner weltweiten Kirche.
Tröste und stärke die Christen in Indien, Pakistan,
Indonesien, China.
Ermutige alle,
in unserem Land und in der Ferne,
Jesu Namen zu verkünden.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.

Wirke mit der Kraft deine Wortes
bei allen, die uns nahe sind,
heile die Kranken,
tröste die Trauernden,
begleite die Sterbenden,
erbarme dich der Verstorbenen.
Sprich dein Wort zu uns und
verwandle uns nach deiner Liebe
durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen