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Als Gegentext dazu lässt sich womöglich die Geschichte der beiden Brüder Kain und Abel (alttestamentliche Lesung 1 Mose 4,1-16a) lesen: »Soll ich meines Bruders Hüter sein?« Bemerkenswert ist freilich, dass auch Kain, der Mörder, als Mensch gezeichnet und geschützt wird. Mit Recht stellt der Wochenspruch Mt 25,40 den Bezug zum großen Gleichnis vom Weltgericht her: »Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern...« Er schlägt damit den Bogen zur Epistel 1 Joh 4,7-12, die alle Bruder- und Menschenliebe — und damit auch alle Menschlichkeit und Menschenwürde — in der Liebe Gottes zu uns Menschen gründen lässt: »Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns...«
Das zweite Tagesgebet verweist auf Jesus und bittet: »Lass uns nach seinem Vorbild gütig und barmherzig werden«. Das dritte beginnt sehr poetisch: »Ich suche dich, Gott, am Morgen eines jeden Tages. Ich suche dich mit dem Licht der heller werdenden Sonne«, um dann — offensichtlich mit Bezug auf das Evangelium — fortzufahren: »So will ich lernen, dich zu finden in denen, die neben mir sind...«
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 10,25-37
Predigt: 1 Joh 4,7-12
Wochenlied: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (EG 343)
Ihr Lieben,
lasst uns beten zu Gott, der die Liebe ist.
Durch Gottes Liebe leben wir.
So bitten wir Gott für alle,
deren Leben bedroht ist:
Für die Menschen in Pakistan,
um Hilfe in ihrer Not und Verzweiflung,
um Hoffnung für sie,
um die nötigen Kräfte, ihr zerstörtes Land wieder aufzubauen.
Für alle, die in den Hilfsorganisationen arbeiten,
für das Gelingen ihres Tuns,
um die nötigen Kräfte, mit dem Elend umzugehen.
Lasst uns Gott anrufen:
Komm mit deiner Liebe zu Hilfe.
Durch Gottes Liebe sind wir alle sein Ebenbild.
So bitten wir Gott für alle,
die verachtet und unterdrückt werden:
Für die Sinti und Roma,
um Respekt vor ihrer Lebensweise.
Für die Menschen,
die die Rohstoffe für unsere Industriegüter aus der Erde holen,
um menschenwürdige Arbeitsbedingungen.
Für die Kinder und Frauen,
die ausgebeutet und missbraucht werden,
um Freiheit.
Lasst uns Gott anrufen:
Komm mit deiner Liebe zu Hilfe.
Durch Gottes Liebe haben wir Frieden.
So bitten wir Gott für alle,
die unter Krieg und Gewalt leiden:
Für die Menschen in Afghanistan und im Irak.
Für die Menschen im Heiligen Land.
Für alle Orte, an denen Waffen regieren
um Frieden und Versöhnung,
damit Hass und Gewalt ein Ende finden.
Lasst uns Gott anrufen:
Komm mit deiner Liebe zu Hilfe.
Durch Gottes Liebe glauben wir an Jesus Christus.
So bitten wir Gott für die Kirche Jesu Christi:
Für unsere Gemeinde, für alle, die in ihr Dienst tun.
Für die Gemeinden in unserer Nachbarschaft,
um ein geschwisterliches Miteinander und ein
glaubwürdiges Zeugnis.
Für die Gemeinden, die verfolgt werden,
in Indien, im Irak,
um Bewahrung und den Beistand des Heiligen Geistes.
Lasst uns Gott anrufen:
Komm mit deiner Liebe zu Hilfe.
Durch Gottes Liebe ist Christus für uns vom Tode auferstanden.
So bitten wir für alle,
die vom Tod getroffen wurden:
Für die Sterbenden und alle, die ihnen nahe sind.
Für unsere Verstorbenen
und für alle, die um sie trauern
um den Trost des Glaubens und
die Hoffnung auf die Auferstehung.
Lasst uns im Vertrauen auf Jesus Christus Gott anrufen:
Komm mit deiner Liebe zu Hilfe.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen